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| erstellt am 29.07.2010 um 17:54 Uhr | | | | | | | | #1674258 |
Arnaeus schrieb am 29.07.2010 um 17:07 Uhr:
Du stellst dem Satzbau eine logische Prüfung des Objektes und der ihm durch seinen Objekttyp gegebenen Funktionen und mit ihm möglichen Operationen voran und deklarierst diese Prüfung als Teil der Syntax?
nein, eigentlich nicht. eine logische prüfung eines objektes? was verstehst du darunter? jegliche prüfungen sind bei mir erstmal außen vor, weil wir noch gar nicht über die beurteilung der verwendung sprachlicher gebilde gesprochen haben, ich jedenfalls nicht. da fragt man dann ja, ob etwas korrekt gebraucht wurde oder nicht.
Denn wenn es nicht Teil der Syntax ist - da komme ich zurück zu meiner Frage - wie kommt man dann dazu, Syntax und Semantik gleichzusetzen?
man kommt dazu, indem man die berechtigung der unterscheidung infrage stellt, weil man indizien dafür hat, dass es sich dabei um eine inadäquate unterscheidung handelt. anlass gibt es zum beispiel, wenn eine unterscheidung die forderung der disjunktheit verletzt. nach dieser sind die unterschiedenen dinge streng voneinander abzugrenzen. wenn überschneidungen bestehen, dann ist die unterscheidung unberechtigt. verletzungen der disjunktheit sind verletzungen von klassifikationsregeln, regeln, die zu den generellen grundlagen wissenschaftlichen arbeitens gehören.
ein berühmtes beispiel für eine ähnliche diskussion entstand um den empiriker QUINE, der die unterscheidung zwischen analytischen und synthetischen urteilen anzweifelte.
nachdem man diese unterscheidung durchbrochen hat, kann man immer noch überlegen, ob es einen praktischen nutzen hat, weiterhin von einer "syntax" zu sprechen. ich könnte mir vorstellen, dass die syntax dann teil der semantik wird. und etwas unüberlegt, wer weiß, vielleicht muss dann die pragmatik, das redehandeln, auch unter die semantik fallen. oder noch ganz anders. meistens hinken die grundlagenforscher den ergebnissen der einzelwissenschaftler ein paar jährchen hinterher, während diese sich umgekehrt die bereits vorhandenen erkenntnisse der grundlagenforscher ein paar jährchen später zu eigen machen.
-- "Es lebe das Recht, und die Welt gehe unter." (Wilhelm Raabe: "Die Gänse von Bützow" (1866))
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